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AIM-Aktuell: Aufklärung von Produktionssteuerungsproblemen

June 5, 2014

 

Aktuelles Treffen des AIM-Arbeitskreises EREG in Frankfurt

PANMOBIL berichtet regelmäßig über die Arbeit des Verbandes für Automatische Identifikation, Datenerfassung und Mobile Datenkommunikation, kurz „AIM“. Das aktuelle Treffen des AIM-D-Arbeitskreises EREG (European RFID Expert Group) in Frankfurt/Main diskutierte mögliche Qualitätskriterien für die Abstimmung von RFID-Tags und RFID-Readern und die generelle Verantwortlichkeit bei der Entsorgung von Chipkarten und Labels.

 

Qualitätskriterien für die Abstimmung von RFID-Tags und RFID-Readern

 

Seit vielen Jahren läuft die Produktionsteuerung der Automobilindustrie reibungslos: die einzelnen Bauteile sind mit RFID-Etiketten versehen, welche die RFID-Reader in den einzelnen Fertigungsabschnitten zuverlässig erkennen. Durchläuft eines der getaggten Bauteile einen Fertigungsabschnitt, erkennen die RFID-Reader die Bauteile beim Passieren und können sie für eine haargenaue Montage den richtigen Maschinen und/oder Personal zuordnen. Die neueste Generation der RFID-Chips in den Etiketten verursacht nun allerdings ein Problem, was zu schwerwiegenden Folgen in der Produktionssteuerung einzelner Firmen führt. Diese neue Generation Chips ist empfindlicher und sensitiver als seine Vorgänger, was bedeutet, dass die RFID-Reader auch RFID-Etiketten aus der Umgebung des gesamten Kontrollabschnittes erfassen, die sie eigentlich nicht sollten. Dies bringt die Steuerung des gesamten Produktionsabschnittes durcheinander, verhindert einen reibungslosen Produktionsprozess und führt zur Verärgerung beim Automobilhersteller. Der Hersteller der RFID-Labels kann die Chips aber nicht einfach austauschen, er ist von der Lieferung seines eigenen Chip-Herstellers abhängig und dieser produziert RFID-Chips nur in großer Menge, nicht auf einzelne Anfragen für individuelle Bauteile. Eine Verwendung von alten und neuen Chips auf den gleichen Bauteilen scheidet ebenfalls aus, da dieses die Produktionssteuerung ebenfalls durcheinanderbringen würde. Dieses Problem wird vom AIM-Arbeitskreis EREG nun intensiv untersucht. Es wird einen Austausch mit den Experten des EECC (European EPC Competence Center) in Neuss geben um mögliche Lösungen schnell zu entwickeln.

 

Ziel: "Chipkarten und Labels sind kein Elektroschrott"

 

Um Elektroschrott und andere schädliche Stoffe fachgerecht zu entsorgen, strebt die Europäische Kommission durch ihre IPP (Integrierte Produktpolitik) eine einheitliche Regelung an um dieses zugewährleisten. Grundlage dafür ist die RoHS: EU-Richtlinie 2011/65/EU. Diese wird in Deutschland hauptsächlich vom EAR (Elektro-Altgeräte-Register) umgesetzt. Sie verzeichnet im Wesentlichen, wer Elektronik herstellt und organisiert deren Rücknahme. Und laut dem EAR gehören zur Kategorie Elektroschrott auch Chipkarten und Labels. Ihre Hersteller müssten diese also auch wieder zurücknehmen und die Kosten dafür tragen. Für den Arbeitskreis EREG gibt es allerdings treffende Gründe, weswegen diese Regelung nicht handfest ist, denn zum einen besteht ein Label oder eine Smartcard zum größten Teil aus verschieden Stoffen, wie bspw. Kunststoff - der winzig kleine Siliziumchip im Inneren rechtfertigt deswegen nicht, die gesamte Karte als Elektroschott zu kategorisieren. Auch kann der kleine Anteil Kupfer im Inneren der Karte nicht ohne weiteres als Rohstoff wiedergewonnen werden, dafür müsste für eine einzelne Karte zu viel Energie verwendet werden. Des Weiteren können Smartcards nicht einfach in der Tonne „eingesammelt“ werden, da auf Ihnen noch persönliche Daten der Nutzer gespeichert sein können, dies würde massive Datenschutzprobleme verursachen. Der AIM-Arbeitskreis EREG möchte diese und weitere Argumente jetzt der EAR-Stiftung und der Europäischen Politik vortragen mit dem Ziel, Chipkarten und Labels nicht als Elektroschrott zu kategorisieren.

 

Wahl des neuen Arbeitskreis-Leiters

 

„Danke für das Vertrauen, ich werde ihm nachkommen – RFID hat seine Bedeutung, ist extrem wichtig und wird in jedem Fall seinen richtigen Platz finden“ waren die ersten Worte von Dr. Erhard Schubert, Firma Winckel, nach Annahme seines neuen Amtes als EREG-Arbeitskreisleiter. Als stellvertretender Leiter unterstützt ihn Udo Doege, Firma Tectus. Gemeinsam führen Sie die erfolgreiche Arbeit vom bisherigen Leiter Eldor Walk, Firma Feig Electronic fort. „Es hat Spaß gemacht, wir haben viel vorangetrieben: Standartisierung, erfolgreiche Lobbyarbeit und viele weitere wichtige Dinge. Ich wünsche meinen Nachfolgern alles Gute!“ sagte Walk am Ende der Wahl.

 

 

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